Mittwoch, 4. November 2009
"Ich machte das Brathaehnchen, kaltes gericht, hong shao qie zi, das ist tuepisches gerichte,wow, kannst du so gut schlafen, villeicht bist das kleine schwein? das gute suesse wort ist schwein in china, besonders bei jungend" (SMS die ich von einer deutschsprachigen Chinesin bekommen habe auf die Frage was sie gekocht haette und die Aussage das ich auch nach einer halben Kanne Kaffee noch gut schlafen kann)
Fast ein Jahr bin ich mittlerweile in China und da dachte ich koennte ich ja auch mal wieder von mir hoeren lassen. Zudem hab ich grad etwas Zeit. Mein Chef hat mir Heute nicht erlaubt ins Office zu kommen - Verdacht auf Schweinegrippe. Tatsaechlich hab ich mich erkaeltet und war Vorgestern schon zu Hause geblieben. Direkt nachdem das losging hab ich natuerlich passenderweise in den Nachrichten gehoert das derzeit in Peking 80% der Grippefaelle auf H1N1 beruhen. Zudem gibt es 200 neue H1N1 Faelle pro Tag, allein in Peking. Aber sei es wie es will, ich arbeite Heute von zuhause und da ich von hier nicht so viel tun kann ergreife ich ausser der Gelegenheit auch noch das Wort um euch mal wieder was zu schreiben.
Und wenn ich wirklich Schweinegrippe haben sollte, dann wird damit masslos uebertrieben. Oder die Grippe muss sich halt 'n schwaecheres Opfer suchen. Ich bin jedenfalls schon wieder recht fit.
So, nun aber auch zu spannenderen Berichten...ich weiss mal wieder nicht wo ich anfangen soll. Auch nach knapp einem Jahr erlebe ich immer noch sehr viel hier und werde stendig neu ueberrascht. Ja, es ist wirklich so vieles so anders (nicht nur ein Klischee). Danke uebrigens auch nochmal an meine Mutter fuer ihren Bericht von ihrem Aufenthalt hier. Ich hatte schon das Gefuehl den beiden hatte es hier gut gefallen, auch wenn sie mit dem arg heissen Wetter und anscheinend chronischem Hunger zu kaempfen hatten. Letzteres scheint aber tatsaechlich an der Klima- und Essensumstellung zu liegen. Derzeit haben wir hier eine Kollegin aus Koeln fuer einen 5woechigen Austausch zu Besuch, die bekommen wir auch trotz ihrer vielleicht 70Kg kaum satt.
Die Sache ist das die CHinesen mit viel - sehr viel - enorm viel Oel kochen. Das foerdert natuerlich eine schnelle Verdauung. Zudem ist fast alles kleingeschnetzelt, um es Staebchenfreundlich zu machen. Und als Europaeer sehnt man sich an manchen Tagen einfach nur nach was festem, Kartoffeln, Schnitzel usw. Wobei letzteres fuer mich mal wieder nicht zutrifft. Zum Glueck kann man hier ja aber auch alles bekommen. Und der Oesterreicher des Vertrauens ist zum Glueck auch direkt in der Naehe des Bueros.
Magnus kommt rum.
Mittlerweile hab ich dann ja auch schon einiges von China gesehen. Die meiste Zeit bin ich schon in Peking, wo ich ja auch meine Wohnung und den grossen Teil meines sozialen Umfelds habe.
Shanghai stand schon mehrfach auf dem Programm, oft betrieblich oder fuer Behoerdengaenge. Die Stadt wirkt im Vergleich zu Peking immer recht hektisch. Ist halt eine Buisness Metropole, waehrend Peking direkt der Regierung unterstellt wird und hier viel das Traditionelle gepflegt wird. Ich bin schonmal sehr gespannt auf die Expo in Shanghai naechstes Jahr. Das ist momentan eine riesige Grossbaustelle. Ich denke das wird aehnlich wie bei der Olympiade werden, das alle die danach dran sind das kaum noch toppen koennen.
Weitere Orte die ich hier schon gesehen habe sind Tianjin, Guangzhou, Xiamen, Harbin und Chengdu.
Tianjin ist ca 2 bis 3 Autofahrstunden entfernt und von dem was ich gesehen habe konnte mich nichts begeistern. Ich spreche dann gerne von der standard Provinzstadt. Das heisst ein paar Millionen Einwohner, verhaeltnismaessig verschmutzt, seelenlose Architektur, kaum interessante Sehenswuerdigkeiten.
Ein paar Millionen Einwohner wird von den Chinesen meistens auch als "nicht so gross" bezeichnet. Soweit ich weiss gibt es hier mittlerweile mehr als 50 Staedte mit mehr als einer Millionen Einwohner.
Guangzhou, Suedchina passt auch verhaeltnismaessig gut in dieses Bild, auch wenn es mit 8 Millionen Einwohnern nicht mehr als klein bezeichnet wird. Hier war ich allerdings auch nur fuer einen sehr kurzen Aufenthalt auf dem Messegelaende. Einzig spannend vielleicht die Fahrt vom Flughafen zur Stadt durch die Berge, die mich ein wenig an Italien erinnerten.
Xiamen, Sued-Ost Kueste. Bei klarem Wetter kann man hier den Teil Taiwans sehen der der Insel vorgelagert ist. Xiamen hat mich in vielerlei Hinsicht ueberrascht und wer die Fotos mal gesehen hat wuerde wahrscheinlich kaum drauf tippen das die in China gemacht worden sind. An einigen Stellen hat mich der Ort auch eher an eine Karibikinsel erinnert. Und Morgens vom Hotel zum Messegelaende ging's erstmal immer 15 Kilometer an der Pazifikkueste entlang. Wunderbar.
Chengdu, Suedchina. Chengdu ist hauptsaechlich als Wiege der Pandabaeren bekannt und durch das grosse Erdbeben im letzten Jahr. Als Gesamtes gesehen wirkt die Stadt selber erstmal weniger reizvoll. Wenn man dann jedoch ein bisschen Zeit zum erkunden hat sieht das schon wieder anders aus. Einer suessen chinesischen Altstadt im sehr klassischen chinesischen Styl (wie man's vielleicht aus historischen Filmen kennt) steht eine Supermoderne Innenstadt mit gewaltig breiten Einkaufsstrassen und Shoppingcentern gegenueber. Aber wie vieles in diesem Land ist sowas oft schwer beschreibbar und in Fotos feszuhalten. Und dann sind da natuerlich noch die Pandas. Suess, aber der Spaziergang durch die freie Natur (ohne Unmengen an Touristen) hinterher hat mir persoenlich mehr zugesagt.
Harbin, Nordchina. Eine Stadt wie man sie in China vermutlich nicht erwarten wuerde. Mit einem grossen Einfluss durch den stalinisischen Baustyle aus der hochkommunistischen russichen Periode. Im Winter findet hier jaehrlich ein Eisskulpturen Wettbewerb statt. Aber da ich nunmal im spaeten Fruehjahr da war, konnte ich davon eher weniger mitnehmen. Auch schwer zu beschreiben. Ich denke die Fotos die ich bereits vorher schonmal ins Forum gestellt hatte sprechen fuer sich.
Soviel einmal zur Kurzeinfuehrung zu den Staedten die ich besucht habe. Ich denke die Fotos duerften dem ein oder anderen gelaeufig sein.
Magnus verschickt ein Paket.
Und wie stellt man sowas an? Genau, erstmal braucht man ein Paket. Also los und ein Paket kaufen. Aber wo? Im Supermarkt nicht, im Schreibwarenladen nicht, im Postkartenladen nicht....hmm, wozu braucht die chinesische Post eigentlich soviele LKWs wenn hier keiner Pakete verschickt? Post, gute Idee. Also ab zur Post und tatsaechlich gabs da Pakete. Und warum guckt der Postbeamte mich an wie ein kaputtes Auto als ich mit dem Paket aus der Post gehe? Nicht drueber nachdenken. Vielleicht kommen in diese Dienststelle nicht soviele Auslaender. Also nach Hause und in Ruhe Brief schreiben, Paket sorgfaeltig packen, damit der Platz auch sinnig genutzt ist und alles die Reise gut uebersteht.
Also stand dem ganzen zum Lossenden nichts mehr im Wege, ausser chinesischer Papierkram vielleicht, aber meine ehemalige Assistentin Anna war so nett mich zur Post zu begleiten. Als sie bei mir ankam kam dann gleich die Frage: "Wo sind die Sachen die du verschicken willst". Ich sag: "Hier", "Wo?", "na in dem Paket"....was fuer eine ueberfluessige Frage dachte ich mir noch so und schon waren wir unterwegs zur Post. Und da wurde mir dann einiges klar, als der Postbeamte meinte wo die Sachen waeren die ich verschicken moechte. Also, Paket aufmachen, alles zur Begutachtung rausholen, damit der Beamte das auflisten kann. Dann alles auf die Ablage legen, damit ein weiterer Postbeamter meine Sachen in ein Paket packt. Ich drehte mich um, die Leute tragen die Sachen hier wirklich in Tueten und Taschen in die Post und hier wird erst alles begutachtet bevor es verpackt wird. Keine Chance das System zu umgehen.
In Westeuropa undenkbar, aber Privatsphaere wird ja auch generell ueberbewertet. Na ja, hat auch was gutes, wenigstens braucht man sich hier nicht so sehr vor Briefbomben zu fuerchten. Sowas sind immer die Sachen hier wo der Kommunismus noch sehr praesent ist, von dem man im normalen Alltag ansonsten gar nicht soviel mitbekommt.
So meine Lieben, soviel erstmal von mir. Es gibt zwar noch tonnenweise was ich berichten koennte, aber ein bisschen was hab ich dann ja doch noch zu tun Heute. Ich hoffe ich finde bald wieder mal etwas Zeit und Musse um ein bisschen was aus diesem doch sehr anderen und oftmals kontroversen Land zu berichten.
Lieber Gruss,
Magnus
Montag, 7. September 2009
Dienstag, 11. August 2009

Hier der Bericht meiner Mutter nach dem Besuch bei mir in China:
Meine wunderbaren, kulinarischen Erfahrungen in Peking
Sehr gespannt traten Konrad und ich unsere Reise nach China am 07. Juli an.
Unser erstes chinesisches Essen wurde uns an Bord des Flugzeuges serviert, es war ein stark gewürztes Reisgericht und wir aßen es, wie in Flugzeugen üblich, mit Plastikbesteck. Da fiel mir ein, dass ich vergessen hatte, zu üben wie man mit Stäbchen isst. Sollte das der Beginn einer ungeplanten Fastenzeit sein?
In Peking holte Magnus uns vom Flughafen ab und wir fuhren mit dem Taxi zu seiner Wohnung. Es war sehr warm und wir mussten uns an die hohe Luftfeuchtigkeit gewöhnen. Die Wohnung war stets ein Erholungsort, da die Klimaanlage uns immer wieder „herunterkühlte“. Magnus zeigte uns in der Umgebung seines Wohnortes die Dinge, die in den nächsten Tagen für uns wichtig sein könnten. Die Reinigung und das Obst-und Gemüsegeschäft gegenüber seines Hauses, die Post, die U-Bahnstation, die Shopping-Mall, Starbucks und KFC, dort bekam Konrad dann Appetit auf einen kleinen Imbiss. Das Angebot unterschied sich von den Dingen, die wir in deutschen KFC’s kennen. Er wählte eine Pineapple Tasche, für mich war es wichtig Wasser zu trinken und die Klimaanlage, die es in allen Lokalen gab, zu genießen.
Am frühen Nachmittag und mit vielen neuen Eindrücken lud Magnus uns in ein chinesisches Lokal ein, das er uns zum „Angewöhnen“ ausgesucht hatte. Wir saßen in dicken Sesseln und ich erlebte zum ersten Mal, die lange Prozedur des Bestellens in einem Restaurant. Schnell verstand ich, dass es am einfachsten ist, wenn man einer Person diese Aufgabe überlässt. An allen Tischen neben uns wurde mit den Kellnern diskutiert und diskutiert, keine Ahnung worüber. Während wir es gewohnt sind, dass sich jeder ein Tellergericht bestellt, ziehen die Chinesen es vor viele, viele, Dinge in Schüsseln und Schalen zu bestellen, aus denen sich dann jeder Tischgenosse mit seinen Stäbchen bedienen kann. Magnus versteht es, Gott Lob, Essen ohne Fleisch zu ordern. Hilfreich war es auch, dass wir in fast allen Lokalen Speisekarten bekamen, auf denen die Gerichte fotografisch abgebildet waren. Man muss sich dann noch daran gewöhnen, dass die Kellner während der Prozedur des Aussuchens direkt neben dem Tisch stehen bleiben und am liebsten mitreden möchten. Na ja, Personalmangel gibt es in den Restaurants ja auch nicht. So verließen wir uns auf Magnus und bekamen schließlich unser erstes „echtes“ chinesisches Essen serviert. Besteck gab es natürlich nicht, aber noch einige Tipps von Magnus, die Stäbchen möglichst weit oben zu halten und nur das obere Stäbchen zu bewegen. Im Salat waren ganz köstlich geröstete Nüsse, für mich die Gelegenheit, sie mit meinem neuen „Handwerkzeug“ zu greifen und so zu trainieren. Alle Speisen waren sehr frisch zubereitet und mich beeindruckten die Gerüche, die mir sehr fremd waren. Diese Erfahrung habe ich täglich während unseres Aufenthaltes in Peking gemacht: man geht 100 Meter und hat einen völlig anderen Geruch in der Nase, manchmal auch unangenehm.
Unser erstes Essen „zum Angewöhnen“ war also gut verlaufen und ich bin sogar satt geworden. Mir wurde schon an diesem ersten Tag klar, dass das Essen „beim Chinesen“ hier in Deutschland nichts mit dem Angebot in China zu tun hat. Hühnchen süß-sauer in einer undefinierbaren Sauce haben wir nirgendwo bekommen.
Obwohl ich an diesem Tag mit der Müdigkeit zu kämpfen hatte, sind wir abends noch in eine sehr feine Gegend gefahren. Dort gab es eine ganz neue Wohnwelt zu bestaunen mit einer Einkaufsstraße, die keine Wünsche offen ließ und einem gigantisch beleuchtetem Park. Dort haben wir dann im „Muse“ unser Abendessen eingenommen, es war vietnamesisches Essen und total lecker. Allerdings fielen mir nun schon die Augen zu und ich fiel, in Magnus Wohnung angekommen, in einen komatösen Schlaf.
Am nächsten Tag ging Magnus ins Büro und ließ Konrad und mich schlafen. Wir haben bis nachmittags gepennt und sind dann in ein Lokal in der benachbarten Mall gegangen. Es gab dort japanische Kost und hat uns gut geschmeckt „Ajisien nuddle Restaurant“ Magnus musste in der Zeit unseres Besuches viel arbeiten und konnte sich erst abends Zeit für uns nehmen. Gemeinsam sind wir am Donnerstag abend ins Purple Haze gegangen, wo uns wieder ein Hochgenuß erwartete. Das Angebot von Gemüse, Fisch und Fleisch ließ keinen Wunsch offen. Zum Abschluß hat Magnus eine köstliche Fruchtplatte bestellt, die schon optisch etwas Besonderes war.
Freitag entwickelten wir dann einen Tagesrhythmus der so aussah: morgens lange schlafen, damit fiel das Frühstück weg. Frühstück in China ist eh völlig anders als in Deutschland. Brot, Kaffee, Aufschnitt, Käse, das sucht man vergebens. Chinesen frühstücken süsse Reisgerichte, Teigtaschen und allerlei fremde Knabbereien (vorwiegend am Spieß). Na ja, gefrühstückt haben wir nicht einmal in China, mittags und abends gingen wir dann in ein Lokal, was nicht besonders teuer sein muß. Es gibt Möglichkeiten, die jedem Geldbeutel gerecht werden. An diesem Freitag sind wir mit Magnus zur Produktionshalle gefahren. (Die Autofahrt mit Magnus am Steuer quer durch Peking ist noch einen gesonderten Bericht wert.) Ich dachte jedenfalls, dass ich an diesem Tag gar nichts mehr essen müsste. Mittags hatte ich mich dann erholt und war mit Konrad einige Zeit an einem Fluß spazieren gegangen, wo wir ungehemmt bestaunt wurden. Li Hui und Magnus gingen dann mit uns in ein traditionelles Lokal, in dem die Leute, die in der Gegend arbeiten, essen gehen. Die äusseren Umstände waren etwas rustikal (stark rauchende Menschen, Hühnchenknochen und Speisereste auf den gerade verlassenen Tischen). Wie immer waren aber alle Speisen, die Li Hui bestellt hatte, sehr frisch und lecker. Li Hui erzählte uns, dass ihre Lieblingsspeise Fischkopf ist und Konrad erklärte, dass er alles probieren möchte. Wein zum Essen zu trinken ist wohl eher unüblich, man bekommt höchstens Bier. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass die Chinesen kaum Alkohol trinken. Sie bevorzugen Tee, der aber nichts mit unserem Ostfriesentee zu tun hat, und süße Getränke. Am Abend waren wir im Renaissance Hotel in einem italienischen Restaurant. Tatsächlich gab es hier Messer und Gabel und Weißwein! Meine Söhne waren sich sicher, dass dieses Lokal auch ihrem Vater gefallen würde.
Samstags haben wir einen Ausflug zu einem Stausee gemacht. Wir waren eine illustre Reisegesellschaft: Magnus, Konrad, Li Hui, ihre Mutter, Petra, eine Kollegin von Magnus, Sophie und deren zukünftiger Mann. Nachdem wir uns dort einige Zeit vergnügt hatten, kehrten wir dann in ein traditionelles Restaurant ein. Li Hui übernahm die Prozedur des Bestellens und es gab wieder eine Vielfalt an Speisen. Besonders lecker war ein Spinatgericht. Wenn so viele Leute gemeinsam essen., muß man sich daran gewöhnen, dass jeder mit seinen Stäbchen vom Mund in die Schüsseln mit Fisch, Fleisch, Gemüse etc geht. Die Rückfahrt mit Hauptverkehrszeit durch Peking war wieder abenteuerlich, doch Magnus hat jede Situation gemeistert. Das wichtigste Instrument am Auto in Peking ist die Hupe.
Abends waren wir dann wieder zu Dritt und aßen im Shingkong Place, wo wir Shouze, die typischen Teigtaschen genossen. Das hat mir sehr gut gefallen, man kann diese Teigtaschen am ehesten mit Ravioli vergleichen, sie werden mit Gemüse, Fleisch oder Fisch gefüllt. Der Teig ist aber viel heller und dünner als bei Ravioli.
Am Sonntag hatte Magnus Zeit für uns und wir sind mit dem Taxi in die Gegend gefahren, wo das office von uniplan früher war. Mittags gingen wir in ein Lokal (Gulou), von dem Magnus uns erzählte, dass er dort schon häufiger mit Kollegen gegessen hatte. Er rief Li Hui an und bat sie bei der Kellnerin das Fleisch für Konrad zu bestellen, das sie selber so gerne mag. Wir bekamen ein tolles vegetarisches Gericht. Nach dem Essen sagte Magnus zu Konrad: so nun hast du auch mal Hund gegessen. Konrad meinte, dass es vergleichbar nach Rind geschmeckt hat.
Wir verbrachten einen schönen Sonntag in Peking und waren im Houhai Park, wo es viele Lokale gab. Doch Magnus wollte uns an einen besonderen Ort zur Huitong-Pizzeria führen.
Wir gingen durch Gassen, die ich alleine nicht betreten hätte und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es in dieser bescheidenen Gegend noch ein annehmbares Restaurant geben könnte. Zu meiner Überraschung kamen wir ein chinesisches Holzhaus, in dem es eine ganz tolle, sehr große Pizza gab. Die Reste wurden eingepackt und am nächsten Tag freuten sich noch Magnus’ Kolleginnen darüber. Nach diesem besonderen Tag hatte Magnus noch eine Überraschung für uns, er fuhr mit uns in einen Wellnesstempel und uns wurden die Füße massiert. Es gab Maniküre und Pediküre -Einfach herrlich!-
Montag Mittag sind Konrad und ich zu Magnus’Büro gefahren und haben die Pause mit ihm verbracht. Wir gingen zum „Österreicher“, inzwischen schon ungewohnt in deutscher Sprache begrüßt zu werden, fragte der Chef Magnus, ob er wie immer essen möchte. Das bedeutete Nudeln mit Auberginen und Tomaten,.es war ausgesprochen lecker bei dem Österreicher.
Als Magnus Feierabend hatte sind wir zu einem Ort gefahren, der „the place“ heißt. Alles war sehr neu und modern und über dem Platz war eine riesige LED Wand , man hatte den Eindruck, es sei ein Aquarium mit Haifischen darin. An diesem Ort besuchten wir das Lokal „Song“, auch sehr neu, sehr modern und einen ganz feine, leichte Küche.
Am Dienstag fuhren Konrad und ich zum Tian’anmen und wegen der Hitze mussten wir trinken, trinken, trinken.So wurde uns erst nachmittags bewusst, dass wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten. Wir gingen dann um 16.30 Uhr in ein taiwanesisches Restaurant und waren dort die einzigen Gäste. Man mag es kaum glauben, das gesamte Personal befand sich im hinteren Raum des Hauses und schlief. Das Essen, das wir dann bekamen war sehr scharf gewürzt, aber mal wieder vorzüglich.
Was wäre ein Besuch in Peking, ohne Peking-Ente gegessen zu haben? Li Hui hatte uns schon erzählt, dass es ein Restaurant gibt, das besonders bekannt für die Peking Ente ist. Im Roasted Duck muss ein Koch 5 Jahre lernen um die Ente zubereiten zu können.Wir mussten beim Betreten des Lokals eine Nummer ziehen (wie in Deutschland auf dem Arbeitsamt) und dann in einem klimatisierten Glaskasten warten bis wir aufgerufen wurden. Wir saßen dort mehr als eine Stunde, dann durften wir Platz nehmen. Das Anschneiden der Ente wurde zelebriert und es gab viele andere Speisen dazu. Es war ein ganz besonderer Abend und natürlich auch nicht ganz billig.
Mittwoch gingen Konrad und ich in das Einkaufszentrum am Fuli Cheng. Das Angebot in den Supermärkten ist so vielfältig, das haut einen regelrecht um. Es gibt Frösche, Schlangen, Meerestiere, Tiere jeder Art und Gemüse und Obst, das ich noch zuvor gesehen hatte. Nach einem Einkaufsbummel ist man wirklich überwältigt. Also sind Konrad und ich in dem Zentrum Sushi Essen gegangen, auch kein Vergleich mit den Sushibars in Deutschland.Es war gut und günstig.
Schon seit unserer Anreise interessierte ich mich für die neuen Lokale, die es in unmittelbarer Nähe von Magnus’ Wohnung gab. Das Landgent Center ist zwar noch nicht eröffnet, aber die Restaurants haben schon geöffnet. An diesem Abend besuchten wir das indische Lokal. Mit Bollywoodklängen und Bildern auf dem Großbildschirm wurde uns ein hervorragendes, ganz lecker gewürztes Essen serviert. Getränke waren wieder sehr speziell, an diesem Abend bekamen wir eine Art Joghurtdrink. Die anderen Lokale am Landgent Center zu besuchen haben wir während unseres Aufenthaltes nicht mehr geschafft.
Der Donnerstag war unser Shopping Tag mit Anna. Konrad handelte die Preise nach unten wie ein Chinese. Vorher trafen wir uns noch mit Magnus beim Soho und aßen mit ihm Pizza. In dem Lokal war es an dem Tag so hektisch, wie wir es sonst nirgendwo erlebt haben.
Na ja, Pizza isst man auch in China mit Messer und Gabel.
Der Abend war dann wieder voller Überraschungen. Wir trafen uns mit Li Hui, Caroline und Magnus in einer Karaoke Bar. Dort suchten wir zunächst Speisen am Buffet aus. Es gab wieder viele Dinge, die ich noch nie gesehen hatte. Li Hui war anwesend und konnte uns viel erklären. Alleine die Vielfalt des Tofuangebotes hat mich begeistert. An diesem Buffet gab es auch viele Süßspeisen und natürlich, wie immer, eine tolle Fruchtplatte. Speisen und Getränke nahmen wir mit in unsere Karaokezelle und dann wurde gesungen….Englisch und Chinesisch, Magnus sang wunderbar in chinesisch, schi, scha, scha, schi, scha, scha…
Freitag trafen wir uns erneut mit Anna und wir gingen mittags „Hot Pot Essen“. Bei 40^C Aussentemperatur ist das schon ein Erlebnis. An jedem Tisch brutzelte und zischte das Wasser, das mit Gewürzen angereichert wurde und in dem man alles Mögliche garen konnte. (Fisch, Fleisch, Pilze, Gemüse, Glasnudeln) Vergleichen kann man diesen kulinarischen Genuss mit unserem Fondueessen, für mich kommt das zukünftig nur im Winter auf den Tisch.
An diesem Abend fuhr Magnus mit uns zum Olympiazentrum, es war ein überwältigendes Erlebnis. Jeder, der Peking besucht, sollte sich diese faszinierenden Bauwerke abends ansehen, da die Beleuchtung wahnsinnig beeindruckend ist. Das Leben der Menschen an diesem Abend vor dem Zentrum hat uns auch begeistert. Menschen, die tanzten, sangen, malten sich unterhielten strahlten ihre Lebensfreude aus. Es gab sogar einen Menschen aus dem Emsland, der dort Skateboard fuhr. Da es schon recht spät war, gingen wir zum Abendessen zu Annies, da es nur wenige Restaurants gibt, die länger als bis 22.00 Uhr geöffnet haben. Mir schmeckten die wunderbaren Spinatravioli, Konrad seine Spaghetti und Magnus seine Pizza mit frischen Tomaten vorzüglich.
Am Samstag hatte Magnus etwas Zeit für uns und wir fuhren in eine Straße, in der man viele antike Dinge kaufen konnte. Es war wieder ein ganz anderer Eindruck von Peking als wir bisher schon erlebt hatten. Mittags gingen wir in der south silk street xidang südchinesisch essen. Das Pilzgericht, das ich dort bekam, wäre es wert nochmals nach Peking zu fliegen.
Noch einmal gab es all diese leckeren Speisen, nebst Fruchtplatte.
An unserem letzten Tag habe ich dann in Magnus’ Wohnung deutsch gekocht. Es gab: Rouladen, Kartoffelpürree, Apfelmus, Auberginen, Salat, Kartoffelpuffer und Mascarponecreme mit Heidelbeeren.
Da Li Hui einen Tag nach unserer Abreise 25 Jahre alt werden würde, brachten wir ihr einen Sockenkranz. Ihre Mutter hatte gekocht und der Tisch bog sich vor Speisen. Diese Gastfreundschaft war beeindruckend. Es gab viele ungewohnte Dinge, z.B. Schwarze Eier, keine Ahnung, warum diese schwarz waren. Ich konnte alles mit Stäbchen essen, ganz gleich, welche Konsistenz das Essen hatte. Es war für uns ein besonderer Abend, den wir in einer chinesischen Familie verbringen durften. Mit diesen schönen Erinnerungen packten wir dann unsere Koffer und Magnus brachte uns zum Flughafen. Um 2.00 Uhr verließ unsere Maschine Peking. Uns wurden noch eine Spätmahlzeit und später ein chinesisches Frühstück mit Plastikbesteck serviert. Ein wenig stocherte ich darin herum und gab es zurück. Sollte ich mir den Magen verderben nach all diesen wunderbaren kulinarischen Genüssen, die ich gerade in Peking erlebt hatte?
Dienstag, 30. Juni 2009
Anbei nochmal ein paar frische Fotos aus Xiamen, wo wir letzte Woche einen 400 Quadratmeter Messestand fuer VW aufgebaut haben. Wollte auch immer nochmal wieder nen neuen Bericht schreiben, aber irgendwie komm ich da in letzter Zeit nicht wirklich zu.
1. Xiamen vom Pazifik aus gesehen (ja, wir hatten tatsaechlich noch Zeit fuer eine kleine Bootstour)
2. Promenade auf einer kleinen der Stadt vorgelagerten Insel. Sehr schoen und mit einem Flair das einen eher in der Karibik waehnt als in China.
3. In den verwinkelten Einkaufsgassen der Insel
4. Strandpromenade
5. Katholische Kirche auf der Insel
6. Hafen auf der kleinen Insel
7. Schnapschuss vom Pazifik
8. Am Strand. Von Xiamen aus kann man uebrigens die Kueste von Taiwan sehen. Haette nie gedacht das das so nahe gelegen ist
9. Schnappschuss durchs Hotelzimmerfenster. Im Hintergrund der Pazifik
10. Ich dachte das mit dem Titel „Working hard“ koennte das neue Titelbild im Blog werden. Sieht einfach sommerlicher aus.
Mittwoch, 3. Juni 2009
Hier nochmal ein paar aktuelle Fotos. Diese habe ich in Harbin gemacht, nahe der russischen Grenze. Hatten dort ein Projekt fuer PUMA.
Harbin war frueher russisch und viele Gebaeude haben den Stil aus der Bluetezeit des Kommunismus in Russland. Sehr interessant. Mal wieder was ganz anderes.
Hatte leider nur zwei Tage Zeit, aber trotzdem einiges von der Stadt gesehen, da wir erst nachts arbeiten konnten.
Zu den Fotos:
1 – Im Hintergrunf die Sofia Kapelle (oder ST. Sophien oder so aehnlich)
2 – Triumphbogen am Ende der sehr langen Einkaufszone, die am Fluss endet
3 – Die sehr lange Einkaufsstrasse, sehr breit und verkehrsfrei
4 – Detailansicht von der Saeule beim Triumphbogen
5 – Das uebliche in China. Viele, viele Menschen
6 – Der Hotelflur....vielleicht erinnert sich der ein oder andere daran das ich grad mal knapp ueber 1.8 Meter bin. Das heisst so mancher ausgewachsener Huehne aus dem Emsland haette seine Probleme hier aufrecht zu stehen. Ich konnte ganz knapp noch unter der Sprenkleranlage hergehen.


































